Pressemitteilungen

22.09.2019

Zahnärzte fordern deutliche Verbesserung der 30 Jahre alten Gebührenordnung

Lebhafte Diskussion mit Politikern bei FVDZ-Landesversammlung in Dortmund

Dortmund.  Eine  lebhafte  Diskussion  mit  gesundheitspolitischen  Sprechern  der nordrhein-westfälischen  Landtagsfraktionen  prägte  die  Landesversammlung  des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte Westfalen-Lippe (FVDZ-WL) in Dortmund. Die  Abgeordneten  Susanne  Schneider  (FDP),  Peter  Preuß  (CDU)  und  Dr.  Martin Vincentz  (AfD)  stellten  sich  den  Fragen  der  150  Delegierten  der  Landestagung.  Die eingeladenen  Sprecher  von  SPD  und  Bündnis  90/Die  Grünen  waren  nicht  erschienen. Zahlreiche  Themen,  wie  z.  B.  die  langfristige  Sicherung  der  zahnärztlichen  Versorgung vor  allem  im  ländlichen  Raum  wurden  angesprochen.  Ein  Thema  dominierte  jedoch eindeutig  die  Diskussion:  die  dringende  Forderung  nach  Anpassung  der zahnärztlichen  Gebührenordnung  an  die  Erfordernisse  einer  modernen  Praxisführung. Nach  Meinung  der  Zahnärzte  verweigere  der  Verordnungsgeber  aus  Eigeninteresse diese Anpassung seit nunmehr 31 Jahren. Die  Zahnärzte  erläuterten  sehr  deutlich,  dass  die  Berechnungsgrundlage  für  den Punktwert  der  Gebührenordnung  für  Zahnärzte  (GOZ)  bereits  seit  1988  unverändert bei  5,624  Cent,  früher  11  Pfennig,  liege.  In  jedem  anderen  Beruf  sei  es  üblich  und selbstverständlich,  die  Leistungsvergütung  an  die  allgemeine  wirtschaftliche

Entwicklung anzupassen. Die Appelle der Zahnärzteschaft seien jedoch in den letzten Jahrzenten  von  der  Politik  meistens  nur  belächelt  worden.  „Die  GOZ  muss  an  die Preisentwicklung  angepasst  werden  und  einen  automatischen  Anstieg  enthalten,  der sich  am  jährlichen  Preissteigerungsindex  orientiert“,  sagte  ZA  Joachim  Hoffmann, Landesvorsitzender des FVDZ-WL. Hoffmann ergänzte: „In unseren Praxen arbeiten hochqualifizierte Menschen, die sich engagiert  um  ihre  Patienten  kümmern.  Sie  haben  mehr  verdient  als  eine  Vergütung auf  der  Basis  von  1988.  In  den  letzten  30  Jahren  haben  sich  die  Bedingungen gravierend  geändert,  die  Standards  und  Anforderungen  an  die  Zahnarztpraxen  sind erheblich  gestiegen  –  nur  die  Bewertung  privater  zahnärztlicher  Leistungen  leider nicht. Hier muss die Politik in Bund und Ländern endlich handeln!“
In  der  Diskussion  wurde  ebenfalls  deutlich,  dass  der  Bestand  der  zahnärztlichen Praxen  gefährdet  sei, weil  vor allem  der  Aufbau, der  Unterhalt  und die  Führung  einer selbstständigen  Zahnarztpraxis  für  junge  Zahnärzte  in  den  letzten  Jahren  immer teurer,  komplizierter  und  bürokratischer  geworden  sei.  Auch  hier,  so  Hoffmann,  müsse die Politik endlich handeln, bevor es zu spät sei.

 


24.08.2016

Freier Verband Deutscher Zahnärzte Westfalen-Lippe zeigt sich stolz: Deutschlands Zähne werden immer gesünder Studie belegt positive Entwicklung. Vorsitzender Markus Büssing: „Wir sind aber noch nicht am Ziel.“

Eine kariesfreie Bevölkerung – für deutsche Zahnärzte war das lange Zeit eine Vision. Heute ist dieses Ziel in greifbare Nähe gerückt. Die Zahl der kariesfreien Gebisse hat sich innerhalb von 15 Jahren sogar verdoppelt. Das freut auch Markus Büssing, Vorsitzender des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte Westfalen-Lippe (FVDZ-WL). „Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Aber wir sind noch lange nicht am Ziel.“ Denn trotz dieser sehr positiven Entwicklung setzt der Freie Verband auf Nachhaltigkeit.
So gibt es nach der Studie weiterhin Handlungsbedarf im Bereich der Paradontitis (PAR), eine Entzündungserkrankung im Mund, die im schlimmsten Fall sogar zu Zahnverlust führen kann. „Auch wenn die Zahl der Menschen mit Paradontalerkrankungen abnimmt, ist mit einer Verlagerung chronischer Munderkrankungen in ein höheres Lebensalter zu rechnen, was nicht zuletzt mit den Entwicklungen des demographischen Wandels zusammenhängt“, sagt Büssing.

Die Paradontitistherapie gehört in zahnärztliche Hände

Um daran in Zukunft effektiver arbeiten zu können, formuliert der Verband konkrete Forderungen an den Gesetzgeber: Die Kapazitäten zur Behandlung von Paradontalerkrankungen seien in den Zahnartzpraxen gegeben, meint Markus Büssing: „Eine Delegation an zahnmedizinische Prophylaxenassistenten oder Dentalhygienikern ist einfach nicht notwendig. Die Parodontalbehandlung ist eine derart komplexe Behandlung, dass sie in die Hand des Zahnarztes gehört.“

Auch an die Patienten richtet der Freie Verband eine wichtige Forderung: Patienten sollen mehr Eigenverantwortung zeigen und regelmäßig zum Zahnarzt gehen. Besonders die Zahnzwischenraumpflege wirke präventiv gegen Paradontitis, professionelle Zahnreinigungen unterstützen die Pflegemaßnahmen der Patienten sehr effektiv. „Wenn unsere Forderungen Gehör finden, dann können wir sehr bald die Vision einer optimalen Zahngesundheit realisieren. Dem würde dann nichts mehr im Weg stehen.“, sagt Büssing zum Abschluss. 

Weitere Informationen zur Studie finden Sie HIER (PDF)